Der Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise in Kürze

Der Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise (italienisch: Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise) ist ein Nationalpark in Mittel- und Süditalien. Wie sein Name vermuten lässt, befindet er sich zu großen Teilen in den Abruzzen (ca. 75 %) und den beiden benachbarten Regionen Latium und Molise.

Die bis zu 2.250 Meter hohen Gipfel des Apennin, schöne Bergseen und weitläufige Buchenwälder verleihen dem Park seinen besonderen Charme. Er zählt zu den ältesten und größten Parks in Italien und spielt eine wichtige Rolle für den Schutz bedrohter Tierarten wie Wolf oder Braunbär.

Die wahrscheinlich besten Orte für eine Expedition in den Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise sind die Bergdörfer Alvito, Castel San Vincenzo, Scanno, Barrea und Pescasseroli.

Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise
Blick auf den Lago di Barrea im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise

Wandern im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise

In dem rund 50.000 Hektar großen Nationalpark finden sich viele landschaftliche Highlights und traumhafte Wanderrouten. Je nachdem, ob du dich in den Abruzzen, Latium oder Molise befindest, sind sie unterschiedlich gut zu erreichen.

Nachfolgend möchte ich dir eine kleine Auswahl besonders schöner Orte, die sich zum Wandern und Spazierengehen eignen, vorstellen.

Lago di Scanno & Gole del Sagittario (Abruzzen)

An den nördlichen Ausläufern des Parks, nahe der Gemeinde Anversa degli Abruzzi liegt das WWF Naturschutzgebiet Riserva Naturale Regionale Gole del Sagittario. In diesen „Schluchten des Schützen“ kannst du inmitten von Klippen, Quellen, Wasserfällen, Brücken und smaragdfarbenen Bächen wandern und die Seele baumeln lassen.

Etwas weiter südlich liegt die Gemeinde Scanno am nach ihr benannten, wunderschönen See Lago di Scanno. Dort kannst du auf dem Wanderweg Sentiero del Cuore zur Einsiedelei Eremo di Sant’Egidio wandern, das verlassene Dorf Frattura Vecchia erkunden oder einfach nur den Ausblick auf den See genießen.

Auf dem Weg von Anversa degli Abruzzi nach Scanno hat das Naturschutzgebiet Riserva Naturale Regionale Lago di San Domenico e Lago Pio noch zwei weitere sehenswerte Bergseen zu bieten.

> Unterkünfte in Scanno

Lago di Scanno Abruzzen
Blick auf den Lago di Scanno

La Cmosciara & der Lago di Barrea (Abruzzen)

Etwa in der Mitte des Parks, eingebettet zwischen den Gipfeln des Monte Marsicano und des Monte Petroso, befindet sich im Tal Val Fondillo das Naturreservat Camosciara.

Dort kannst du während deiner Wanderung entlang des Flüsschens Scerto Gämsen beobachten und gelangst zu den Wasserfällen Cascata delle Ninfe und Tre Canelle.

Nur wenige Kilometer westlich liegt der Bergsee Lago di Barrea, der nach der kleinen Gemeinde an seinem Ostufer benannt ist. Einen besonders schönen Ausblick auf den See hast du vom dortigen Castello Monumentale.

In der Gemeinde Civitella Alfedena am Westufer kommen Wölfe-Fans in der Area faunistica del Lupo und im Museo del lupo Appenninico voll auf ihre Kosten.

> Unterkünfte in Barrea

Lago di Barrea Abruzzen
Der Lago di Barrea

Monti Simbruini & Lago di Posta Fibreno (Latium)

Ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen überall im Park sind die Gemeinden Opi und Pescasseroli (Hauptverwaltung) im Val Fondillo. Von dort aus gelangst du über die Passstraße Forca d’Acero (SS 509) auch schnell in die Region Latium und die westlichen teile des Nationalparks.

Dort eignen sich vor allem die Berge der Monti Simbruini und der See Lago di Posta Fibreno im gleichnamigen Naturreservat für ausgedehnte Spaziergänge und Wandertouren.

> Unterkünfte in Pescasseroli

Lago di Posta Fibreno
Spaziergang am Ufer des Lago di Posta Fibreno

Monte Meta (Latium)

Im Süden des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise, da wo die Grenzen aller drei Regionen aufeinander treffen erhebt sich der berühmteste Berg des Parks. Zwar sind sind der Monte Petroso mit 2247 und der Monte Marsicano mit 2242 Metern die höchsten Berge, dennoch gilt der nur wenige Meter kleinere Monte La Meta als Herrscher des Parks.

Als Ausgangspunkt für die Erkundung des Monte La Meta und des Nationalparks in der Region Latium eignet sich die kleine Gemeinde Alvito, in der sich auch ein Besucherzentrum samt Insektenausstellung befinden.

> Unterkünfte in Alvito

Monte La Meta
Ausblick vom Gipfel des Monte La Meta

Castel San Vincenzo (Molise)

Ganz im Südosten des Parks, in den westlichen Ausläufern der kleinen und relativ unbekannten Region Molise liegt der Ort Castel San Vincenzo. Er thront malerisch über dem nach ihm benannten See Lago di Castel San Vincenzo.

Neben einem Spaziergang rund um den See lohnen sich auch eine Wanderung zum Wasserfall Cascata del Volturno, ein Besuch des berühmten Klosters San Vincenzo al Volturno und die Besichtigung der kleinen Einsiedelei Eremo di San Michele a Foce.

Auch das Dudelsack-Museum Museo della Zampogna in Scapoli und das Kriegsmuseum International War Museum of the World Wars in Rocchetta sind nicht weit entfernt.

> Unterkünfte in Castel San Vincenzo

Lago di Castel San Vincenzo Molise
Die Gemeinde Castel San Vincenzo thront über dem nach ihr benannten See

Bergdörfer im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise

Neben den bereits genannten Dörfern wie Scanno, Pescasseroli, Barrea und Castel San Vincenzo gibt es noch rund 20 weitere Bergdörfer im Gebiet des Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise.

Sie verteilen sich auf die Provinzen L’Aquila in Abruzzen, Frosinone in Latium und Isernia in Molise. In einigen dieser Dörfer gibt es Besucherzentren, die sich mit besonderen pflanzlichen und tierischen Aspekten des Parks sowie dem Leben in den Abruzzen befassen.

Dörfer in der Provinz L’Aquila (Abruzzen)

  • Alfedena (Städtisches Archäologisches Museum Antonio De Nino)
  • Barrea (Besucherzentrum der Fledermaus)
  • Bisegna (Besucherzentrum Menschen und Bäume erzählen)
  • Civitella Alfedena (Besucherzentrum mit Museum und Freiluftgehege für Wölfe)
  • Gioia dei Marsi
  • Lecce nei Marsi
  • Opi (Besucherzentrum Val Fondillo zur Geschichte der Wälder und der Menschen & Besucherzentrum der Gämse)
  • Ortona dei Marsi
  • Pescasseroli (Hauptverwaltung des Parks)
  • Scanno
  • Villavallelonga (Besucherzentrum des Bären)
  • Villetta Barrea (Zentrum zur Umweltbildung und Museum der Wandertierhaltung)
Pescasseroli
Spaziergang durch Pescasseroli, wo sich die Parkverwaltung befindet

Dörfer in der Provinz Frosinone (Latium)

  • Alvito (Besucherzentrum Insecta: Leben auf Sechs Beinen)
  • Campoli Appennino
  • Pescosolido
  • Picinisco
  • San Biagio Saracinisco
  • San Donato Val di Comino
  • Settefrati
  • Vallerotonda

Dörfer in der Provinz Isernia (Molise)

  • Castel San Vincenzo (Besucherzentrum mit Ausstellung zu Säugetieren und Vögeln)
  • Filignano
  • Pizzone (Museum des Bären)
  • Rocchetta a Volturno
  • Scapoli (Internationales Dudelsack-Museum P. Vecchione)

Pflanzen und Tiere im Nationalpark Abruzzen

Im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise leben über 60 Säugetierarten und über 200 Vogelarten, Dazu gesellen sich rund 50 Fisch- und Reptilienarten sowie mehrere tausend Arten von Insekten und wirbellosen Tieren.

Besondere Bekanntheit genießt der Nationalpark jedoch für seine Wildtiere wie Braunbär und Wolf. Dazu kommen u.a. Hirsche und Rehe, Wildschweine, Dachse, Luchse, Gämsen und Adler.

In den verschiedenen Besucherzentren, Museen und Ausstellungen wird im Detail auf einige dieser Tierarten eingegangen. Besonders interessant sind das Besucherzentrum des Bären in Villavallelonga, das Freiluftgehege für Wölfe in Civitella Alfedena und das Besucherzentrum der Gämse in Opi.

Bären im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise
Der Braunbär ist der große Star im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise

Neben den zahlreichen Tierarten verfügt der Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise auch über eine Vielzahl an Bäumen und Pflanzen.

Knappe zwei Drittel des Parks sind mit Wald bedeckt. Dabei handelt es sich vor allem um Buchenwälder, die in Südeuropa recht selten sind. Sie machen den Nationalpark auch für die italienische Bevölkerung zu einem beliebten Reiseziel.

In den bergigen und felsigen Landschaftsteilen des Parks, die über 1.800 Metern Höhe liegen, dominieren verschiedene Arten von Grasgewächsen und Gebirgspflanzen wie Enzian, Veilchen, Lilien und Orchideen. Besonders schön ist der „Venusschuh“, eine seltene Orchideenart.

Karte des Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise

Auf dieser interaktiven Karte des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise habe ich für dich die schönsten landschaftlichen Highlights sowie die im Park verteilten Bergdörfer (teilweise mit Besucherzentren oder Museen) für dich markiert.

Unterkünfte und Camping im Nationalpark Abruzzen

In einem so großen Areal wie dem Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise gibt es natürlich eine riesige Auswahl an Unterkünften. Damit du nicht stundenlang suchen musst, habe ich hier einige Inspirationen aus verschiedenen Kategorien für dich zusammengestellt:

  • Bauernhof: Der idyllisch gelegene, schön renovierte und familiengeführte Agriturismo di Charme Erbadoro erwartet dich in Alvito mit einem Grill, einer Terrasse, einem Außenpool und einem hauseigenen Restaurant.
  • Bed and Breakfast: Das B&B Il Palazzo befindet sich in einem alten Palast in Scanno und bietet Bergblick, eine Terrasse, kostenfreies WLAN und Privatparkplätze. Morgens wird dort ein vielfältiges kontinentales Frühstück serviert.
  • 3-Sterne-Hotel: Das Hotel Degli Olmi befindet sich in Villetta Barrea am Lago di Barrea. Der Garten mit Sommerpool und ein Restaurant mit regionalen Spezialitäten runden den Aufenthalt ab.
  • 4-Sterne-Hotel: Das RELAIS COLLE BUONO befindet sich in Alvito und verfügt über ein Restaurant, eine Bar, eine Gemeinschaftslounge und einen Garten. Darüberhinaus bietet einen Zimmerservice und einen Conciergeservice.
  • Campingplätze: Derzeit gibt es acht Campingplätze im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise. Eine Übersicht findest du hier.

> Noch mehr Unterkünfte im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise sowie der näheren Umgebung.

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