Abruzzen Italien

Abruzzen

Die besten Urlaubstipps für die Abruzzen in Italien

Die Abruzzen (italienisch Abruzzo) sind eine italienische Region an der Adriaküste im Osten des Landes.

Geographisch zählen sie zu Mittelitalien, kulturell und historisch gelten sie jedoch als nördlichste Region Süditaliens, da sie vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert zu den Herrschaftsgebieten Sizilien bzw. Neapel gehörten.

Die Abruzzen erstrecken sich von ihrer ca. 130 km langen Adriaküste bis zu den Bergen des Abruzzischen Apennins, die im Gebirgsmassiv Gran Sasso d’Italia eine Höhe von fast 3.000 m erreichen.

Abruzzen Italien
Blick auf das Gebirgsmassiv Gran Sasso d’Italia

Aufgrund dieser geographischen Begebenheiten ist die Region vor allem für ihre spektakuläre Landschaft, die unter anderem in drei Nationalparks und einem Regionalpark bewundert werden kann, bekannt.

Die Region besteht aus den 4 Provinzen L’Aquila, Chieti, Pescara und Teramo. Die Hauptstadt der Abruzzen ist L’Aquila in der gleichnamigen Provinz.

Benachbarte Regionen sind die Marken im Norden, Latium im Westen und Molise im Süden.

Nachfolgend erhältst du alle wichtigen Informationen und Geheimtipps für einen unvergesslichen Urlaub in den Abruzzen.

Abruzzen Italien Karte
Die Abruzzen liegen an der Adria und gelten als die nördlichste Region Süditaliens

Bedeutende Städte und Orte in Abruzzen

L’Aquila – Von Bergen umgeben

L’Aquila hat ca. 70.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz sowie der Region Abruzzen. Sie liegt auf einer Höhe von 700 Metern über dem Meeresspiegel im Tal des Flusses Aterno und ist auf allen Seiten von den Bergen der Abruzzischen Apenninen umgeben.

Die landschaftlich schöne Lage der Stadt hat ber auch ihre Schattenseiten: Aufgrund der dort herrschenden Platentektonik wurde sie schon häufiger, zuletzt im Jahr 2009, durch Erdbeben beschädigt.

Die Stadt selbst ist mit ihren zahlreichen Kirchen, Palästen, Bogengängen und Innenhöfen ein Paradies für Architektur- und Kunstliebhaber. Etwa zehn Kilometer außerhalb von L’Aquila kann man die Ruinen der Sabiner-Stadt Amiternum besuchen.

L'Aquila Abruzzen Italien
Blick über L’Aquila und den Abruzzischen Apennin

Pescara – Hafenstadt mit langen Stränden

Die wichtigste Stadt an der Küste und größte Stadt der Region Abruzzen ist Pescara. Sie hat ca. 120.000 Einwohner und liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses in die Adria.

Die Stadt ist mit ihrem modernen Hafengebiet und ihren über 20 km langen Stränden ein beliebter Badeort. Am ersten oder zweiten Wochenende im August findet dort ein Fischerfest im Hafen und vor der Küste statt.

Darüberhinaus ist Pescara aufgrund es dortigen Flughafens Aeroporto di Pescara ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region Abruzzen.

Pescara Italien
Pescara am gleichnamigen Fluss

Chieti – Schöne Altstadt auf einem Hügel

Chieti ist eine Universitätsstadt mit ca. 50.000 Einwohnern und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Sie liegt ebenfalls am Fluss Pescara auf einem Hügel ca. 15 km von der Adriaküste entfernt.

Die Stadt ist bekant für ihre gut erhaltene, schöne Altstadt (Chieti Alta) und die Cattedrale San Giustino aus dem 11. Jh.

Im archäologischen Landesmuseum La Civitella kannst du bedeutende Sammlungen aus der Vor- und Frühgeschichte sowie dem griechisch-römischen Altertum bestaunen.

Chieti Abruzzen
Blick auf Chieti, die Altstadt und die Berge des Apennin

Lanciano – Historische Hügelstadt

Lanciano hat rund 35.000 Einwohner und liegt in der Provinz Chieti, etwa 13 Kilometer von der Adriaküste entfernt.

In der jüngeren Vergangenheit erlangte die Stadt während des Zweiten Weltkriegs aufgrund der Villa Sorge, die als faschistisches Internierungslager diente, und den Aufständen der Einheimischen gegen die deutsche Besatzung Bekanntheit.

Darüberhinaus kannst du in der Stadt historische Bauwerke wie die Ponte Diocleziano, das Rathaus mit dem Torre Campanaria und die Basilica di Santa Maria del Ponte besichtigen.

Lanciano Abruzzen Italien
Das Panorama der kleinen Stadt Lanciano

Teramo – Universitätsstadt mit schöner Kathedrale

Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Teramo liegt im Norden der Region Abruzzen zwischen der Adria und den Bergen des Gebirgsmassivs Gran Sasso.

Sie hat ca. 50.000 Einwohner und ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Teramo-Atri sowie Standort der Universität Teramo.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die Kathedrale Santa Maria Assunta mit ihrem freitstehenden Glockenturm und die Ruinen des antiken römischen Theaters.

Teramo Kathedrale
Die Kathedrale von Teramo

Vasto – Traumhafte Küsten

Die Stadt Vasto hat rund 40.000 Einwohner und liegt an der Adriaküste ganz im Süden der Abruzzen kurz vor der Grenze zur Region Molise.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen unter anderem die Cattedrale di San Giuseppe das mächtige Castello Caldoresco aus dem 15. Jahrhundert und das 1849 gegründetes Museum im Palazzo D’Avalos mit Werken französischer Impressionisten und zeitgenössischer Künstler.

Das eigentlich Highlight in und um Vasto sind aber die beiden Landschaftsschutzgebiete Riserva Naturale Regionale Punta Aderci mit steilen Klippen nördlich und Riserva Naturale Regionale Marina di Vasto mit langen, flachen Sandstränden südlich der Stadt.

Abruzzen Strand Vasto Punta Aderci
Spaziergang im Riserva Naturale Regionale Punta Aderci

Scanno – Einer der schönsten Orte Italiens

Die kleine Gemeinde Scanno hat nur ca. 2.000 Einwohner und liegt oberhalb des kleinen, nach ihr benannten Sees Lago di Scanno in der Provinz L’Aquila.

Von L’Aquila aus erreicht man den See in etwas mehr als eineinhalb Stunden.

Sie ist Teil der privaten Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens) sowie des Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise.

Mit seinem mittelalterlichen Charme, engen Gassen, barocken Portalen und antiken Palazzi ist das Örtchen eines der schönsten Ausflugsziele der Region.

Lago di Scanno Abruzzen
Blick auf den Lago di Scanno

Weitere Sehenswürdigkeiten der Region Abruzzen

Neben den bereits genannten, sehenswerten Städten und Orten gibt es aber noch weitere Sehenswürdigkeiten in den Abruzzen, deren Besuch bzw. Besichtigung sich lohnt.

Zu den bekanntesten zählen das ehemalige Kloster Abbazia di San Liberatore a Maiella, die Festungen Castello di Rocca Calascio und Castello Caldora sowie die historische Altstadt von Sulmona.

Entlang der Küste kannst du auch heute noch viele traditionelle Trabucchi bzw. Trabocchi ins Wasser ragen sehen. Diese Pfahlbauten wurden und werden von Fischern gebaut, um ein großes rechteckiges Fischernetz gleichmäßig horizontal absenken bzw. wieder heraufziehen zu können.

Trabocco Abruzzen
Eine traditionelle Fischerhütte (Trabocco)

Wandern in den Bergen der Abruzzen

Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga

Der knapp 150.000 Hektar große Nationalpark Parco Nazionale Gran Sasso e Monti della Laga liegt im Norden der Abruzzen und besteht aus drei Bergketten: Gran Sasso, Monti della Laga und Monti Gemelli

Das Gebirgsmassiv Gran Sasso (deutsch: großer Fels) zeichnet sich durch gezackte Gipfel, hohe Bergkämme und steil abfallende Hänge, die ihm einen alpinen Charakter verleihen, aus. Von dort aus kannst du deinen Blick bei klarem Wetter bis zur Adria und dem Tyrrhenischen Meer schweifen lassen.

Der höchste Berg des Gran Sasso ist der 2912 m hohe Corno Grande, der zugleich der höchste Berg des gesamten Apennin ist. Dort befindet sich auch Europas südlichster Gletscher (Calderone).

Ein weiteres Highlight im Gran Sasso ist die auf ca. 1.600 m gelegene Hochebene Campo Imperatore. Sie ist knapp 30 km lang und 8 km breit und wird deshalb auch als „kleines Tibet“ bezeichnet.

Nordwestlich des Gran Sasso befinden sich die flacheren Monti della Laga und der Lago di Campotosto, der größte See des Nationalparks. Ganz im Norden, an der Grenze zur Region Marken befinden sich die Monti Gemelli, die Zwillingsgipfel.

Nationalpark Gran Sasso e Monti della Laga
Auf Wandertour im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga

Nationalpark Majella

Der Parco Nazionale della Majella umfasst ein Gebiet von ca. 75.000 Hektar und liegt an der Grenze der Provinzen Chieti, Pescara und L’Aquila.

Das Kalksteingebirge umfasst 61 Berggipfel und ist vor allem für seine weitläufigen Flächen, wilde Natur sowie die große Artenvielfalt im Bereich Flora und Fauna bekannt.

Mehr als die Hälfte der Parkfläche liegen auf einer Höhe von über 2.000 Metern über dem Meerespiegel. Der höchste Gipfel im Majella-Gebirge ist der Monte Amaro mit 2.795 Metern.

Nationalpark Majella
Unterwegs im Nationalpark Majella

Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise

Der Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise liegt an den Grenzen der drei namensgebenden Provinzen und ist der älteste Nationalpark das Apennin.

Etwa 75 % seiner 50.000 Hektar großen Fläche befinden sich in den Abruzzen und nur ein sehr kleiner Teil in den Regionen Latium und Molise. Der Park ist vor allem für den Tierschutz und die Erhaltung bedrohter Arten wie Wolf und Braunbär bekannt.

Die höchsten Berge im Park sind der Monte Petroso mit 2247 m, der Monte Marsicano mit 2242 m und der 2241 m hohe Monte Meta, der als „Herrscher des Parks“ gilt.

Besonders sehenswert sind neben den Berggipfeln auch die Seen Lago di Barrea und der bereits angesprochene Lago di Scanno.

Lago di Barrea Abruzzen
Am Lago di Barrea im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise

Naturpark Sirente-Velino

Inmitten der drei großen Nationalparks, an der Grenze zur Region Latium liegt der ca. 55.000 Hektar große, bei vielen Touristen nicht ganz so bekannte Parco Naturale Regionale Sirente-Velino.

Seinen Namen verdankt der Park – wie könnte es ander sein – den Bergmassiven Sirente und Velino.

Er zählt zu den wichtigsten und größten Naturparks in Italien und ist vor allem für seine unberührte Natur in Kombination mit mittelalterlichen Dörfern, Kirchen und Burgen bekannt.

Zu den bedeutendsten zählen das Kloster Convento di Sant’Angelo di Ocre und die Festung Castello Piccolomini di Celano.

Monte Velino Abruzzen
Blick auf den Monte Velino

Die schönsten Strände der Region Abruzzen

Entlang der fast 130 km langen Adriaküste sind die Strände von Abruzzen ein wahres Paradies für Badeurlauber.

Im Norden der Region an der Costa Giardino herrschen vor allem Sandstrände vor, während du im Süden der Region an der Costa dei Trabocchi viele Kiesstrände findest.

Viele der Strände sind mit der sog. „Blauen Flagge“, einem Symbol für Umweltfreundlichkeit und Wasserqualität ausgezeichnet.

Zu den schönsten und besten Badeorten und Stränden in der nördlichen Region Teramo zählen:

  • Spiaggia del Sole (Tortoreto)
  • Lungomare Zara (Giulianova)
  • Roseto degli Abruzzi
  • Parco Marino Torre del Cerrano (Pineto)
  • Silvi Marina

Zu den schönsten und besten Badeorten und Stränden in der südlichen Region Chieti zählen:

  • Fossacesia Marina
  • Punta Penna und Vignola (Vasto)
  • San Salvo Marina
Abruzzen Strand Pineto
Der Strand in Pineto bei Sonnenaufgang

Karte zur besseren Orientierung in den Abruzzen

Damit du dich während deines Besuchs besser zurechtfindest, habe ich dir auf dieser Karte der Abruzzen alle wichtigen Reiseziele, Sehenswürdigkeiten und andere relevante Punkte markiert. Um die Karte zu vergrößern, kannst du auf das Symbol in der rechten oberen Ecke drücken.

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Spezialitäten, Essen und Wein in Abruzzen

Die Küche der Abruzzen ist so vielseitig wie ihre Landschaft. Während man entlang der Adria-Küste vor allem Fisch – häufig in Kombination mit Tomate – isst, baut man in den Bergen eher auf deftige Fleischgerichte mit Lamm, Schaf und Ziege.

Zu den bekanntesten Fischgerichten zählen Brodo di Pesce (Fischbrühe) und Scapece, ein in Essig eingelegter Bratfisch aus Chieti und Umgebung.

Neben den gebratenen und geschmorten Fleischgerichten sind vor allem die lokalen Schinken- und Wurstspezialitäten, die als Vorspeise oder Hauptmahlzeit gegessen werden, beliebt. Die bekannteste Wurst der Region ist die würzig-scharfe Ventricina.

Das Regionalgericht schlechthin sind aber die Maccheroni alla chitarra. Die meist nur 2-3 mm dünnen, durch ein Stahlsieb gepressten Nudeln werden meistens mit einer Fleischsoße gegessen.

Abruzzen Spezialitäten
Typische Maccheroni alla chitarra mit einer Art Ragù

Die typischen Süßspeisen der Region wie Cicerchiata, Confetti aus Sulmona und Torrone aus Aquila basieren auf Mandeln und oder Honig.

Was den Wein aus Abruzzen angeht, gibt es zwei Rebsorten, die du aufgrund sorgfältiger Produktion und eines i.d.R. guten Preis-Leistungs-Verhältnisses auf jeden Fall probieren solltest.

Der rote Montepulciano d’Abruzzo passt aufgrund seiner starken Tannine und den herzhaften fruchtigen Noten hervorragend zu den schwereren Fleischgerichten, während der spritzige Trebbiano d’Abruzzo hervorragend mit Fischgerichten harmoniert.

Montepulciano Wein Abruzzen
Weinberge in den Abruzzen

So wird das Wetter in Abruzzen

Zu einem perfekten Urlaub gehört neben schönen Unterkünften, spannenden Aktivitäten sowie gutem Essen und Trinken natürlich auch das perfekte Urlaubswetter. So wird das Wetter in den Abruzzen in den nächsten sieben Tagen:

ABRUZZEN WETTER

Für eine langfristige Reiseplanung kannst du in diesem Klimadiagramm die historischen Wetterdaten der Abruzzen (monatliche Temperaturen und Niederschläge) ablesen, um die beste Reisezeit für dich und deinen Urlaub zu finden. I.d.R. liegt sie zwischen Mai und Oktober.

An der Küste sind die Durchschnittstemperaturen ca. 4-5 Grad wärmer als in den Bergen.

Abruzzen Italien Wetter

Häufig gestellte Fragen zu den Abruzzen

Wo befinden sich die Abruzzen?

Die Abruzzen sind eine Region in Süd- bzw. Mittelitalien. Sie sind bekannt für ihre spektakuläre Landschaft, die sich von der Adriaküste bis zu den Bergen des Apennin erstreckt.

Wie hoch sind die Abruzzen?

Der höchste Berggipfel in den Abruzzen ist der 2.912 Meter hohe Corno Grande, der sich im Gebirge Gran Sasso d’Italia befindet. Dieses Gebirge ist Teil des Nationalparks Gran Sasso und Monti della Laga.

Der höchste Berg im Nationalpark Majella ist der Monte Amaro mit 2.795 Metern.
Im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise erreichen die Berge eine Höhe von bis zu 2.750 Metern.

Was bedeutet Abruzzen?

Man vermutet, dass der Name Abruzzen auf die Römer und das latenische Wort abruptus zurückgeht. Es bedeutet so viel wie steil, abschüssig, schroff und beschreibt somit perfekt die bergige Landschaft der Region.

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