Wenn ich an Pizzo zurückdenke, sehe ich vor allem blauen Himmel, Sonnenschein und ein Tartufo auf der Piazza della Repubblica mit Blick auf das Meer vor mir.
Ich habe Pizzo vom 7. bis 9. Februar besucht und zwei Nächte dort verbracht. Das Dorf ist für mich weniger spektakulär als Tropea und nicht ganz so außergewöhnlich wie Scilla. Trotzdem gehört es wegen seiner atmosphärischen Altstadt, schönen Aussichtspunkten und der Lage am Tyrrhenischen Meer für mich zu den schönsten Orten an der Costa degli Dei.

Pizzo im Überblick
Pizzo ist ein Dorf in der Provinz Vibo Valentia in der Region Kalabrien. Es liegt an der Costa degli Dei und erhebt sich auf einem Vorsprung über dem Golf von Sant’Eufemia.
Die besondere Lage prägt das Ortsbild: Hinter dem historischen Zentrum steigen die grünen Hügel an, während sich davor das Tyrrhenische Meer ausbreitet. Der Ortskern liegt erhöht über der Küste, gleichzeitig führen Wege und Straßen hinunter zur Marina di Pizzo und den Stränden.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören das Castello Murat, die Chiesa di Piedigrotta, der Dom San Giorgio und die Piazza della Repubblica. Letztere ist gleichzeitig einer der schönsten Orte, um das berühmte Tartufo di Pizzo mit Meerblick zu genießen.
Mein persönlicher Eindruck von Pizzo
Ich habe Pizzo während meiner Kalabrien-Rundreise ganz bewusst als Übernachtungsstopp eingeplant. Das würde ich auch heute wieder so machen.
Nach meiner Ankunft mit dem Mietwagen parkte ich auf dem Papa Inferiore an der Via M. Salomone. Im Februar war das völlig entspannt: Die Parkplätze waren kaum belegt und das Parken kostenlos. Anschließend ging es zunächst zu meiner Unterkunft La Casa di Sara und danach zu Fuß weiter in Richtung historisches Zentrum.
Schon dieser erste Spaziergang hat mir gut gefallen. Pizzo wirkt nicht wie ein klassischer Badeort, der nur aus Hotels und Strand besteht. Stattdessen zieht sich die historische Bebauung über den Hang, während sich immer wieder der Blick auf das Meer öffnet.
Besonders schön fand ich die Piazza della Repubblica und ihre unmittelbare Umgebung. Hier habe ich am Nachmittag ein köstliches Tartufo gegessen und später am frühen Abend noch einen Aperol Spritz getrunken. Bei blauem Himmel und Sonnenschein war das für mich einer dieser Momente, in denen man einfach sitzen bleiben und die Atmosphäre genießen möchte.
Pizzo verbindet für mich vor allem drei Dinge: Altstadt, Meerblick und Genuss.
Der Ort ist nicht ganz so spektakulär wie Tropea. Und an die besondere Atmosphäre von Scillas Chianalea kommt er für mich ebenfalls nicht heran. Trotzdem besitzt Pizzo einen ganz eigenen und wundervollen Charme.
Im Februar war es außerdem angenehm ruhig. Viele Restaurants waren allerdings geschlossen – ein kleiner Nachteil einer Reise außerhalb der Saison.
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Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Pizzo
Chiesa dell’Immacolata
Mein Rundgang durch Pizzo führte mich zunächst zur Chiesa dell’Immacolata.
Die Kirche liegt mitten im historischen Zentrum und gehört zu den zahlreichen Sakralbauten, die das Stadtbild prägen. Wie bei vielen Kirchen in den süditalienischen Altstädten lohnt es sich, beim Spaziergang nicht nur auf die großen Sehenswürdigkeiten zu achten, sondern auch die kleineren Kirchen und Gebäude am Wegesrand wahrzunehmen.
Für mich war sie vor allem ein schöner Auftakt für den weiteren Rundgang durch die Altstadt.
Duomo di San Giorgio Martire
Nur wenige Schritte weiter befindet sich der Duomo di San Giorgio Martire, die wichtigste Kirche des historischen Zentrums.
Sie ist nicht nur wegen ihrer Architektur interessant, sondern auch eng mit der Geschichte von Joachim Murat verbunden. Der ehemalige König von Neapel wurde 1815 in Pizzo gefangen genommen und nach seinem Prozess im Castello Murat hingerichtet. Seine sterblichen Überreste befinden sich in der Kirche San Giorgio.
Damit verbindet sich hier sowohl die religiöse als auch die politische Geschichte des Dorfes unmittelbar miteinander.
Piazza della Repubblica: Das Herz von Pizzo
Wenn du mich fragst, wo ich in Pizzo am liebsten gesessen habe, ist die Antwort eindeutig: auf der Piazza della Repubblica.
Der große Platz bildet das gesellschaftliche Zentrum der Altstadt. Cafés, Bars und Eisdielen säumen den Platz und machen ihn zu einem idealen Ort für eine Pause. Gleichzeitig öffnet sich hier der Blick über das Meer. Genau diese Verbindung aus Altstadtleben und Panorama macht die Piazza für mich zu einem der schönsten Orte Pizzos.
Mein Tipp: Plane hier nicht nur einen kurzen Fotostopp ein. Setz dich hin, bestell dir ein Tartufo oder einen Aperitif und beobachte einfach das Treiben. Genau das habe ich gemacht und gerade dieser Moment gehört zu meinen präsentesten Erinnerungen an Pizzo.

U Spunduni – La Balconata
Am westlichen Ende der Piazza della Repubblica geht der Platz praktisch in den Aussichtspunkt U Spunduni – La Balconata über.
Von hier blickst du weit über das Tyrrhenische Meer und die Küste. Der Aussichtspunkt liegt direkt neben dem Castello Murat und gehört damit zu den Stellen, an denen sich die besondere Topografie Pizzos besonders gut erkennen lässt.
Für mich war der Aussichtspunkt weniger ein einzelnes „Must-see“ als vielmehr Teil des gesamten Erlebnisses rund um die Piazza. Gerade am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang war U Spunduni besonders schön.
Eine noch bessere Aussicht hast du nur bei einem Gleitschirmflug über die Costa Degli Dei.

Castello Murat
Direkt neben der Piazza steht das wohl bekannteste historische Bauwerk Pizzos: das Castello Murat.
Die Festung geht auf die aragonesische Zeit des 15. Jahrhunderts zurück und wurde unter Ferdinand I. von Aragon errichtet. Berühmt wurde sie jedoch vor allem durch das Schicksal von Joachim Murat, dem Schwager Napoleons und damaligen König von Neapel. Nach seiner Landung bei Pizzo im Jahr 1815 wurde Murat gefangen genommen, im Schloss eingesperrt und am 13. Oktober hingerichtet.
Heute befindet sich im Castello das Museo Provinciale Murattiano, das sich mit Murats letzten Tagen und der Geschichte des Ortes beschäftigt.
Der Besuch lohnt sich deshalb vor allem, wenn du dich für die Geschichte Pizzos und Süditaliens interessierst.
Tipp für deinen Besuch: Auf der offiziellen Website findest du alle wichtigen Informationen zu Preis und Öffnungszeiten.

Chiesa di Piedigrotta: Die berühmte Felsenkirche
Eine Attraktion konnte ich bei meinem Besuch leider nicht besichtigen: die Chiesa di Piedigrotta.
Sie liegt am Meer außerhalb des historischen Zentrums und gehört zu den außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Pizzos. Die kleine Kirche wurde in den Felsen geschlagen und ist vor allem für ihre zahlreichen Skulpturen bekannt, die direkt aus dem Gestein herausgearbeitet wurden.
Der Ursprung des Heiligtums ist mit einer lokalen Legende über Schiffbrüchige verbunden. Der heutige Innenraum entstand allerdings wesentlich später durch die Arbeiten der lokalen Künstler Angelo und Alfonso Barone.
Gerade weil ich die Kirche selbst nicht besuchen konnte, würde ich sie bei einem erneuten Aufenthalt ganz bewusst einplanen.
Tipp für deinen Besuch: Auf der offiziellen Website findest du alle wichtigen Informationen zu Preis und Öffnungszeiten.
Durch die Altstadt von Pizzo
Pizzo sollte man nicht ausschließlich anhand seiner Sehenswürdigkeiten entdecken. Ein großer Teil des Charmes liegt für mich in den kleinen Gassen und Treppen der Altstadt. Nach meinem Besuch der Marina bin ich über den Vicolo degli Abbracci und den Vicolo dei Baci wieder zurück in Richtung Zentrum gelaufen.
Genau solche Wege machen den Reiz eines italienischen Küstenortes aus. Man läuft ohne großen Plan durch Gassen, entdeckt kleine Plätze, alte Häuser und immer wieder neue Ausblicke auf das Meer.
Erfahre bei einem Stadtrundgang mit einem lokalen Experten noch mehr über das Küstendorf.

Tartufo di Pizzo: Die berühmte Spezialität des Ortes
Wenn es eine kulinarische Spezialität gibt, die untrennbar mit Pizzo verbunden ist, dann ist es das Tartufo di Pizzo.
Dabei handelt es sich um ein halb kugelförmiges Haselnusseis, das mit bitterem Kakaopulver bestäubt wird und im Inneren einen flüssigen Schokoladenkern besitzt.
Die Geschichte des Tartufo reicht bis in die 1940er-Jahre zurück. Der Konditor Dante Veronelli übernahm damals das Gran Bar Excelsior in Pizzo. Zusammen mit Giuseppe „Don Pippo“ De Maria entwickelte sich die Eisdiele zu einer bekannten Adresse. Der Überlieferung zufolge entstand das Tartufo, als bei einer Feier nicht genügend Formen für die Eisproduktion vorhanden waren und De Maria das Eis kurzerhand mit der Hand formte und einen Schokoladenkern hineinsetzte.
Ich habe mein Tartufo bei der Gelateria Artigianale Dante direkt an der Piazza della Repubblica gegessen – und es war köstlich.
Natürlich spielt dabei auch die Situation eine Rolle. Es war Februar, die Sonne schien, der Himmel strahlte tiefblau und ich saß mit Blick auf das Meer auf der Piazza.
Für mich gehört das Tartufo deshalb ganz klar zu einem Pizzo-Besuch dazu. Nicht nur, weil es gut schmeckt, sondern weil das Tartufo ein Teil der Geschichte und Identität des Ortes ist.

Essen in Pizzo: Meine Erfahrungen
Neben dem Tartufo habe ich während meiner zwei Nächte auch einige lokale Küche ausprobiert.
Mittags war ich bei Le Castellane an der Piazza della Repubblica. Dort habe ich Pasta mit kalabrischer ‚Nduja und Peperoni sowie Hähnchenbrust mit Salat gegessen. Beides hat mir sehr gut geschmeckt.
Abends war die Situation im Februar allerdings schwieriger. Viele Restaurants waren geschlossen. Deshalb habe ich gleich zweimal bei Trattoria DUDU gegessen. Dort gab es einfache italienische Hausmannskost wie Parmigiana, Lasagne und Linguine mit Meeresfrüchten. Nichts Spektakuläres, aber genau das Essen, das ich nach einem langen Tag unterwegs gerne mag: unkompliziert, wohlig und lecker.
Wichtig: Die Trattoria DUDU wird aktuell als vorübergehend geschlossen geführt. Meine Empfehlung bezieht sich daher ausdrücklich auf meine Erfahrung von 2023 und kann von der aktuellen Situation abweichen.

Pizzo mit dem Auto: Anreise und Parken
Für eine Kalabrien-Rundreise mit dem Mietwagen ist Pizzo unkompliziert erreichbar.
Ich selbst habe auf dem Papa Inferiore an der Via M. Salomone geparkt. Im Februar 2023 war das ausgesprochen entspannt: Das Parken war kostenlos und nur wenige Plätze waren belegt. Von dort konnte ich zunächst zu meiner Unterkunft laufen und anschließend die Altstadt bequem zu Fuß erkunden.
Ich würde meine Erfahrung im Februar allerdings nicht direkt auf den Sommer und die Hauptsaison übertragen. Dann ist deutlich mehr los, Parkplätze sind häufig kostenpflichtig und die Suche kann entsprechend schwieriger werden.
Wer mit dem Zug reist, kann Pizzo ebenfalls gut erreichen. Der Ort ist an das regionale Bahnnetz angebunden und der Bahnhof liegt etwa einen Kilometer südwestlich der Marina.
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Mein Fazit: Lohnt sich Pizzo?
Ja, Pizzo lohnt sich.
Für mich ist Pizzo kein Ort, den ich wegen eines einzigen spektakulären Highlights besuchen würde. Seine Stärke liegt vielmehr in der Kombination verschiedener Dinge: eine charmante Altstadt, die Lage oberhalb des Meeres, schöne Aussichtspunkte, das Castello Murat, die Marina und natürlich das Tartufo.
Besonders gut hat mir gefallen, dass man hier einen ganzen Nachmittag sehr entspannt verbringen kann, ohne ständig von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten laufen zu müssen.
Mein persönlicher Lieblingsmoment war dabei ganz unspektakulär: blauer Himmel und Blick auf das Meer, ein Tartufo und später ein Aperol Spritz auf der Piazza della Repubblica.
Genau für solche Momente würde ich Pizzo auch wieder besuchen.
Wenn du genug Zeit hast, würde ich sogar 1–2 Nächte einplanen. So bleibt Zeit für die Altstadt, das Castello Murat, die Chiesa di Piedigrotta und einen Strandbesuch. Noch wichtiger: Du kannst Pizzo zu unterschiedlichen Tageszeiten erleben, vom ruhigen Morgen bis zum Sonnenuntergang.
Pizzo passt meiner Meinung nach besonders gut zu Genießern und Paaren, die gutes Essen, schöne Ausblicke und eine entspannte Atmosphäre miteinander verbinden möchten.
Und wenn du ohnehin an der Costa degli Dei unterwegs bist, würde ich Pizzo definitiv in die Route aufnehmen.
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FAQ: Pizzo in Kalabrien
Wofür ist Pizzo bekannt?
Pizzo ist vor allem für das Tartufo di Pizzo, das Castello Murat und die Chiesa di Piedigrotta bekannt. Dazu kommt die schöne Lage des historischen Zentrums oberhalb des Tyrrhenischen Meeres.
Wie viele Tage sollte man in Pizzo bleiben?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reicht grundsätzlich ein Tagesausflug. Ich persönlich würde jedoch 1–2 Nächte bleiben, um neben Altstadt und Sehenswürdigkeiten auch die Atmosphäre rund um die Piazza della Repubblica zu verschiedenen Tageszeiten zu erleben und Zeit für Piedigrotta und einen Strandbesuch zu haben.
Wo kann man in Pizzo das Tartufo essen?
Am bekanntesten ist die Piazza della Repubblica, wo mehrere historische Eisdielen und Bars das Tartufo anbieten. Ich selbst habe mein Tartufo bei der Gelateria Artigianale Dante gegessen.
Lohnt sich Pizzo auch im Winter?
Ja, wenn du Ruhe suchst. Ich war Anfang Februar dort und habe Pizzo bei sonnigen 15 °C als sehr angenehm und relativ authentisch erlebt. Allerdings solltest du außerhalb der Saison damit rechnen, dass viele Restaurants und touristische Einrichtungen geschlossen sind. Auch bei der Chiesetta di Piedigrotta und anderen Sehenswürdigkeiten solltest du die aktuellen Öffnungszeiten vorher prüfen.
Pizzo als Ausgangspunkt für die Costa degli Dei
Pizzo eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt, um weitere Orte an der Costa degli Dei zu erkunden. Besonders interessant finde ich die Kombination mit:
- Vibo Valentia: für einen Abstecher ins historische Zentrum im Hinterland
- Tropea: für die berühmte Altstadt, Santa Maria dell’Isola und die spektakulären Ausblicke
- Capo Vaticano: für Strände, Buchten und die Aussicht auf das Meer
- Nicotera: für einen ruhigeren und authentischeren Ort mit historischem Zentrum
Gerade wenn du – wie ich – mit dem Mietwagen durch Kalabrien reist, würde ich Pizzo deshalb nicht isoliert betrachten, sondern als Baustein einer Route entlang der Costa degli Dei.
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Danke für die wertvollen Tips und Einblicke. Ich bin auf der Suche nach meinem Alterswohnsitz und könnte mir diesen Ort durchaus vorstellen. Man wird ja älter, so benötigt man auch mal medizinische Versorgung – wie ist diese dort ?
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pettyEGIS@gmx.de
Herzlichen Dank für alle Ratschläge!
Saluti Petra
Hallo Petra,
das weiß ich leider nicht, da ich so etwas während meines Besuchs im letzten Jahr gar nicht auf dem Schirm hatte. Aber vielleicht findet sich ein anderer Leser, der dir dazu Auskunft geben kann 🙂
Liebe Grüße
Moritz