Auf meiner Fahrt von Scilla nach Tropea machte ich einen Zwischenstopp am Capo Vaticano. Ich war mit dem Mietwagen unterwegs und wollte mir vor allem die Aussichtspunkte und Strände anschauen. Meine erste Reaktion beim Ankommen war ziemlich eindeutig: „Wow, hier ist ja tote Hose.“

Mein Besuch des Capo Vaticano
Im Februar wirkte Capo Vaticano wie ausgestorben. Das ist nachvollziehbar, schließlich ist die Gegend in erster Linie auf den Bade- und Sommerurlaub ausgerichtet. Der Kontrast zu meinem vorherigen Aufenthalt in Scilla war trotzdem enorm. Dort habe ich auch im Februar offene Bars, Restaurants und deutlich mehr Leben angetroffen.
Capo Vaticano selbst empfand ich außerdem weniger als klassisches kalabrisches Dorf, sondern eher als Feriengebiet mit Hotels, Ferienhäusern, Residenzen und touristischer Infrastruktur. Genau deshalb fühlte sich der Ort für mich deutlich stärker nach einem Urlaubsort an als beispielsweise Scilla oder das ursprünglichere Nicotera.
Landschaftlich konnte mich Capo Vaticano dagegen sofort überzeugen. Die Küste ist zerklüftet und fällt teilweise steil zum Meer ab. Dazwischen liegen zahlreiche kleine Buchten und Strände, deren türkisblaues Wasser einen tollen Kontrast zu den Felsen bildet.
Das Wetter an diesem Tag war hervorragend. Dadurch hatte ich eine sehr gute Sicht auf das Meer und konnte sogar Stromboli und die Äolischen Inseln am Horizont erkennen.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten und Strände am Capo Vaticano
Das eigentliche Highlight von Capo Vaticano ist für mich nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern das Zusammenspiel aus Aussicht, Klippen, Buchten und Meer.
Ich bin mit dem Mietwagen verschiedene Parkplätze und Aussichtspunkte oberhalb der Küste angefahren und habe von dort aus die jeweiligen Bereiche zu Fuß erkundet.
Belvedere di Capo Vaticano
Das Belvedere di Capo Vaticano war für mich einer der schönsten Punkte meines kurzen Besuchs.
Von hier oben öffnet sich der Blick über die zerklüftete Küste und das Tyrrhenische Meer. Besonders beeindruckend fand ich es, die einzelnen Buchten von oben zu betrachten und zu sehen, wie die Strände zwischen den steilen Felsen liegen.
Bei guter Sicht reicht das Panorama weit über das Meer bis zu den Äolischen Inseln und Stromboli. Auch die sizilianische Küste kann bei entsprechender Wetterlage sichtbar sein.
Der offizielle Panoramaweg von Capo Vaticano verläuft rund 100 Meter über dem Meer und führt bis zum Leuchtturm. Von der dortigen natürlichen Terrasse reicht der Blick bis zur Bucht von Santa Maria.
Für mich war gerade dieser Blick einer der schönsten Momente in Capo Vaticano.
Praia i Focu
Die Praia i Focu hat mir von den von mir gesehenen Buchten besonders gut gefallen. Die kleine Bucht liegt unterhalb der steilen Felsküste und wirkt deutlich abgeschiedener und ursprünglicher als die größere Spiaggia di Grotticelle. Genau dieser wilde Charakter hat mir gefallen.
Besonders schön fand ich den Blick von oben auf die kleine Bucht, die zwischen Felsen eingebettet liegt. Die zerklüftete Küste, das türkisblaue Wasser und die abgeschiedene Lage machen sie für mich zu einem der schönsten Fotomotive am Capo Vaticano.
Wichtig für deine Reiseplanung: Die Praia i Focu ist nicht einfach über einen normalen Strandweg erreichbar, sondern gilt als vom Meer aus zugängliche Bucht.
Gleich daneben liegt auch noch der fast genau so schöne Spiaggia di Ficara.
→ Bootstour zu den schönsten Buchten an der Küste der Götter

Faro di Capo Vaticano
Auf dem Vorgebirge befindet sich der Faro di Capo Vaticano. Der Leuchtturm wurde 1870 errichtet und liegt rund 100 Meter über dem Meer.
Für mich war dabei weniger der Leuchtturm selbst als vielmehr seine Lage interessant. Von hier oben bekommst du einen weiteren hervorragenden Blick auf die Küste und die umliegenden Buchten.
Wenn du Capo Vaticano besuchst, würde ich deshalb nicht einfach nur zum Strand fahren, sondern mir unbedingt auch Zeit für die Aussicht von oben nehmen.
Spiaggia di Grotticelle
Der Spiaggia di Grotticelle ist dagegen deutlich größer und eignet sich wesentlich besser für einen klassischen Strandtag.
Er besteht aus drei miteinander verbundenen Strandabschnitten und liegt in einer geschützten Bucht unterhalb des Vorgebirges. Heller Sand, türkisblaues Wasser und die umgebenden Felsen machen Grotticelle zu einem der bekanntesten Strände der Gegend.
Im Vergleich zur Praia i Focu empfand ich Grotticelle als weitläufiger und touristischer.
Wenn du Ruhe und eine möglichst wilde Landschaft suchst, würde ich eher die Praia i Focu besuchen. Wenn du dagegen einen längeren Tag am Strand verbringen möchtest und etwas mehr touristische Infrastruktur schätzt, ist Grotticelle die bessere Wahl.

Weitere Strände und Buchten rund um Capo Vaticano
Die Küste rund um Capo Vaticano besteht nicht nur aus den beiden bekanntesten Buchten. Entlang des Küstenabschnitts findest du zahlreiche weitere Strände und Buchten. Dazu gehören u.a.:
- Spiaggia di Riaci
- Spiaggia la Scalèa
- Spiaggia di Formicoli
- Spiaggia di Torre Marino
- Spiaggia del Tono
- Spiaggia di Santa Maria
Gerade diese Vielzahl an Buchten ist für mich einer der größten Vorteile von Capo Vaticano. Du findest dort nicht einfach nur einen großen Strand, sondern einen abwechslungsreichen Küstenabschnitt mit vielen unterschiedlichen Landschaften.
→ Bootstour zu den schönsten Buchten der Costa degli Dei

Die beste Reisezeit für Capo Vaticano
Mein Besuch hat mir eine ganz andere Seite von Capo Vaticano gezeigt als die, die du wahrscheinlich aus typischen Instagram-Bildern kennst.
Im Februar war fast nichts los. Fast alle Restaurants, Geschäfte und anderen touristischen Angebote waren geschlossen. Der Ort wirkte teilweise so, als würde die eigentliche Saison noch Monate entfernt liegen.
Für meinen kurzen Zwischenstopp war das allerdings überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Durch die Ruhe stand die Landschaft wirklich im Vordergrund. Keine Menschenmassen, keine überfüllten Strände und wenig Verkehr. Stattdessen konnte ich mich voll auf die Küste und Meer konzentrieren.
Für einen Badeurlaub würde ich Capo Vaticano im Februar nicht empfehlen. Wenn du dagegen die Landschaft erkunden, fotografieren und die Küste fast für dich alleine erleben möchtest, kann der Winter seinen eigenen Reiz haben.
Mein persönliches Fazit lautet deshalb: Capo Vaticano im Winter ist ein landschaftliches Highlight, aber kein klassischer Urlaubsort.
Trotzdem würde ich gerne noch einmal wiederkommen, am liebsten im Spätfrühling oder frühen Herbst. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Capo Vaticano zu dieser Zeit eines der schönsten Ziele für einen entspannten Strandurlaub in Kalabrien sein kann.
Dann lassen sich hoffentlich mehrere Vorteile miteinander verbinden: angenehme Temperaturen, gastronomische Angebote, gutes Wetter für Strandtage aber kühler als im Hochsommer, weniger Menschen als in der Hauptsaison.
→ Die besten Hotels und Unterkünfte am Capo Vaticano
Capo Vaticano oder Tropea: Wo ist es schöner?
Diese Frage lässt sich für mich eindeutig beantworten, zumindest wenn es um das Gesamterlebnis geht: Ich würde Tropea wählen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Tropea landschaftlich schöner ist. Capo Vaticano hat für mich sogar die rauere und wildere Küstenlandschaft. Der große Unterschied liegt im Charakter der beiden Orte.
Capo Vaticano steht für Strände, Buchten, Klippen, Meer, Natur und Erholung.
Tropea hingegen verbindet Strände und Meer mit einer historischen Altstadt, Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Bars und einer deutlich lebendigeren Atmosphäre. Genau deshalb gefällt mir Tropea als Gesamtziel besser.
Wenn du vor allem am Meer entspannen und schöne Buchten entdecken möchtest, würde ich Capo Vaticano wählen.
Falls du dagegen nur einen Ort an der Costa degli Dei besuchen kannst und ein möglichst gutes Gesamtbild erleben möchtest, würde ich Tropea vorziehen.
Wenn du genügend Zeit mitbringst und – wie ich – möglichst viele Facetten Kalabriens kennenlernen möchtest, würde ich beide Orte miteinander kombinieren.
→ Bootstour nach Tropea mit Badestopps
Mein Fazit: Für wen lohnt sich Capo Vaticano
Capo Vaticano würde ich vor allem Reisenden empfehlen, die Strand und Meer in den Mittelpunkt ihres Urlaubs stellen.
Es gehört für mich zu den landschaftlichen Highlights an der kalabrischen Costa degli Dei und hat mich mit steilen Klippen, kleinen Buchten sowie spektakulären Ausblicken auf das Tyrrhenische Meer, die Äolischen Inseln mit Stromboli begeistert.
Die Praia i Focu war dabei meine persönliche Lieblingsbucht, während die Panoramen rund um den Belvedere und den Leuchtturm für mich zu den schönsten Erlebnissen gehörten.
Als Ort selbst würde ich Capo Vaticano nicht mit Scilla oder Tropea gleichsetzen. Dafür fehlt mir der gewachsene Ortskern und die Atmosphäre, die diese beiden Orte für mich so besonders machen.
Landschaftlich bekommt das Capo Vaticano von mir aber 9 von 10 Punkten. Und genau deshalb würde ich wiederkommen.
Nicht im Februar, sondern im Spätfrühling oder Herbst, wenn die Strände und Buchten ihre Schönheit mit etwas mehr Leben verbinden und das touristische Angebot wieder geöffnet ist.
Wenn du also einen Ort suchst, an dem du an malerischen Stränden zwischen steilen Klippen am Meer entspannen kannst, gehört Capo Vaticano für mich definitiv zu den schönsten Zielen an der kalabrischen Costa degli Dei.
→ Die besten Hotels und Unterkünfte am Capo Vaticano
Häufige Fragen zu Capo Vaticano
Ist Capo Vaticano einen Besuch wert?
Ja, vor allem wegen der Landschaft und der Strände. Wenn du zerklüftete Küsten, kleine Buchten, türkisblaues Meer und schöne Aussichtspunkte magst, gehört Capo Vaticano für mich zu den sehenswertesten Küstenabschnitten Kalabriens.
Welche Strände sind am Capo Vaticano besonders schön?
Zu den bekanntesten gehören die Spiaggia di Grotticelle und die Praia di Fuoco. Grotticelle ist größer und touristischer, während Praia di Fuoco kleiner und abgeschiedener wirkt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Buchten wie Tono, Santa Maria, Formicoli und Torre Ruffa.
Kann man von Capo Vaticano Stromboli sehen?
Ja, bei guter Sicht. Vom Belvedere und dem Bereich rund um den Leuchtturm reicht der Blick über das Tyrrhenische Meer bis zu den Äolischen Inseln und Stromboli. Auch die sizilianische Küste kann bei entsprechender Wetterlage sichtbar sein.
Wie viele Tage sollte man für Capo Vaticano einplanen?
Für einen kurzen Überblick reichen einige Stunden. Wenn du dagegen verschiedene Strände und Buchten kennenlernen und einen entspannten Badeurlaub verbringen möchtest, würde ich mehrere Tage einplanen. Capo Vaticano ist für mich eher ein Urlaubsort als ein Ziel für eine Städtereise.
Weitere Reiseziele an der Costa degli Dei
Wenn du Capo Vaticano mit einer Rundreise durch Kalabrien verbinden möchtest, bieten sich mehrere meiner bereits besuchten Orte an:
Scilla: Mein persönliches Highlight in Kalabrien und für mich das schönste Gesamterlebnis der Reise. Besonders das romantische Fischerviertel Chianalea hat mich begeistert.
Tropea: Die beste Kombination aus Altstadt, Sehenswürdigkeiten, Atmosphäre und Stränden und damit für mich das vielseitigste Reiseziel an der Costa degli Dei.
Nicotera: Deutlich ursprünglicher und alltäglicher als Capo Vaticano und damit ein spannender Kontrast zum touristisch geprägten Feriengebiet.
Pizzo: Ein weiterer schöner Ort an der Costa degli Dei mit Altstadt, herrlichem Küstenpanorama und dem berühmten Tartufo di Pizzo.
Transparenz: Affiliate Links
Dieser Blogpost enthält meine persönlichen Empfehlungen in Form von sog. Affiliate Links. Wenn du etwas über diese Links buchst, erhalte ich vom Anbieter eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis aber gar nichts. Vielen Dank für deine Unterstützung!
Außerdem freue ich mich natürlich über dein Feedback und deine eigenen Reiseerfahrungen in Form eines Kommentars.