Scilla ist für mich der schönste Ort in ganz Kalabrien. Diese Einsicht ist das Ergebnis meiner intensiven zweiwöchigen Reise durch die Region. Auf meiner persönlichen Rangliste landet der Küstenort noch vor berühmteren Reisezielen wie Tropea und Reggio Calabria. Hier erfährst du, warum!
Scilla: Mein persönliches Highlight in Kalabrien
Ich war Anfang Februar in Scilla und habe dort fast zwei volle Tage verbracht. Auf meiner Route durch Kalabrien ging es von Reggio Calabria über Scilla weiter nach Capo Vaticano und Tropea. Ich war mit dem Mietwagen unterwegs und hatte das Dorf wegen Instagram-Fotos und seiner Lage eingeplant.
Meine Erwartungen waren entsprechend hoch und wurden trotzdem übertroffen. Vor allem der Ortsteil Chianalea hat mich sofort begeistert. Dort stehen die Häuser teilweise unmittelbar am Wasser. Man hört das Meeresrauschen, während man an kleinen Geschäften, Bars und Restaurants vorbeikommt. Und man kann die einheimischen Fischer dabei beobachten, wie sie tagtäglich ihrer Arbeit nachgehen.
Es gibt aber auch ein paar historische Bauwerke, darunter das Castello Castello Ruffo, und einige wirklich lohnenswerte Panoramapunkte. Diese Mischung aus authentischem Fischerdorf und malerischer Landschaft macht Scilla für mich zu einem der schönsten Reiseziele in Kalabrien.
Wenn du das Fischerdorf kennenlernen möchtest, würde ich deshalb mindestens eine Übernachtung einplanen. So kannst du tagsüber die wichtigsten Attraktionen und Aussichtspunkte erkunden. Am Abend verändert sich der Ort dann noch einmal auf beeindruckende Weise. Die Sonne steht tief, die Häuser leuchten warm und in Chianalea beginnt das eigentliche Leben.
Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte in Scilla
Chianalea: Das romantische Fischerviertel
Chianalea ist für mich der eigentliche Höhepunkt von Scilla. Das historische Fischerviertel liegt zwischen dem Meer und dem Felsen des Castello Ruffo und wird wegen seiner besonderen Atmosphäre häufig als das „kleine Venedig Kalabriens“ bezeichnet.
Schon beim ersten Spaziergang durch die Via Annunziata wurde mir klar, warum. Die engen Gassen führen zwischen alten Häusern, die teilweise direkt am Meer stehen, hindurch. Immer wieder öffnet sich der Blick auf das Wasser. Dazu kommen kleine Bars, Restaurants, Geschäfte und vor allem das permanente Rauschen der Wellen.
Im Februar empfand ich Chianalea als besonders authentisch. Natürlich waren auch Touristen unterwegs, aber mindestens genauso präsent waren Einheimische und Fischer. Genau diese Mischung hat mir gefallen.
Ich habe während meines Aufenthalts direkt in Chianalea in der Piana delle Galee gewohnt. Die Unterkunft war großzügig und funktional und hatte eine kleine Terrasse mit einem tollen Blick aufs Meer. Besonders positiv ist mir die Gastgeberin in Erinnerung geblieben, da sie ausgesprochen hilfsbereit war. Ihr Mann betreibt das Restaurant De Angelis, das zu meinen kulinarischen Erlebnissen gehörte.
Einer meiner schönsten Momente der gesamten Reise entstand allerdings bei Casa Vela in der Via Annunziata. Ich saß draußen auf der kleinen Terrasse, hatte ein Glas Wein und etwas Leckeres zu essen vor mir und konnte beobachten, wie Einheimische und Besucher durch die Gasse schlenderten. Und natürlich war auch dort das Rauschen des Meeres zu hören.
Genau für solche Momente lohnt sich eine Übernachtung in Chianalea. Wenn du nur tagsüber kommst, bekommst du zwar die Schönheit des Viertels mit. Den besonderen Zauber erlebst du meiner Meinung nach aber erst am frühen Morgen oder am Abend.
Besonders schön fand ich das historische Fischerviertel bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Die Kombination aus goldenem Licht, frischer Meeresluft und Wellenrauschen machen die ohnehin außergewöhnliche Atmosphäre dann noch intensiver.
→ Stadtführung zum Castello Ruffo und nach Chianalea
Castello Ruffo
Das Castello Ruffo di Scilla thront spektakulär auf einem Felsen zwischen Marina Grande und Chianalea und ist eines der Wahrzeichen des Ortes.
Ich habe das Castello nur von außen gesehen und nicht besichtigt. Schon von unten ist die Lage allerdings beeindruckend. Besonders schön fand ich aber den Blick vom Bereich rund um die Piazza San Rocco, wenn hinter dem Schloss das Meer zu sehen ist.
Am Abend gefiel mir der Blick auf das Castello besonders gut. Wenn die umliegenden Gassen und das historische Zentrum beleuchtet sind, wirkt die Szenerie fast wie eine Filmkulisse.
Wer das Innere besichtigen möchte, sollte sich vor der Reise über die aktuellen Öffnungszeiten und Eintrittspreise informieren. Die Gemeinde bietet hierzu eine eigene Website zum Castello Ruffo an.
Chiesa Madre dell’Immacolata
Die Chiesa Madre dell’Immacolata liegt auf dem Weg hinauf Richtung Castello sowie Piazza San Rocco und war für mich ein schöner Zwischenstopp während meines Spaziergangs durch den Ort.
Besonders der Altarbereich ist mir positiv aufgefallen. Die Kirche selbst ist nicht der Grund, warum ich nach Scilla reisen würde, lässt sich aber sehr gut mit einem Rundgang durch das historische Zentrum verbinden.
Ich würde den Besuch deshalb nicht isoliert planen, sondern die Kirche einfach mitnehmen, wenn du von Chianalea Richtung Piazza San Rocco unterwegs bist.
Piazza San Rocco und Monumento di Scilla
Die Piazza San Rocco ist für mich einer der besten Orte, um Scilla bei Sonnenuntergang zu erleben.
Vom dortigen Monumento di Scilla, hast du den besten Blick auf Marina Grande, das Meer und das Castello Ruffo, das vor allem im Abendlicht besonders stimmungsvoll daherkommt.
Während meines Besuchs wurde der Platz zur goldenen Stunde zum Treffpunkt der Einheimischen. Menschen aller Altersklassen trafen sich, unterhielten sich und genossen gemeinsam den Abend. Für mich war genau das ein schönes Beispiel dafür, dass Scilla nicht ausschließlich vom Tourismus lebt.
Belvedere dei Faraglioni di Scilla
Ein weiterer schöner Aussichtspunkt liegt unten am Hafen. Von den Faraglioni di Scilla bekommst du nochmal einen ganz anderen Blickwinkel auf den Ort.
Besonders schön fand ich, dass du von dort praktisch das gesamte Ensemble vor dir hast: Chianalea, die Kirche, das Castello Ruffo und die Häuser am Hang.
Wenn du gut zu Fuß bist, würde ich beide Aussichtspunkte besuchen. Wer nicht so gut laufen kann oder Steigungen vermeiden möchte, ist mit dem Aussichtspunkt am Hafen besser bedient. Von dort musst du dich nämlich nicht erst den Hang hinaufarbeiten.
Marina Grande: der Strand von Scilla
Die Spiaggia di Scilla ist ein großer Strand im Ortsteil Marina Grande und bildet einen interessanten Kontrast zum engen und verwinkelten Chianalea.
Der Strand ist breit und wird von einer palmengesäumten Promenade mit Restaurants begrenzt. Vom Wasser aus ergibt sich ein besonders harmonisches Bild: Der Strand, die Häuser, die Kirche und das Castello liegen eng beieinander und bilden gemeinsam die charakteristische Kulisse von Scilla.
Im Februar bin ich natürlich nicht baden gegangen. Trotzdem konnte ich mir sehr gut vorstellen, wie attraktiv Marina Grande im Sommer sein muss: morgens an den Strand, ab ins Meer, dabei den Blick auf den historischen Ort genießen und danach etwas essen – herrlich!
Auch wenn du primär wegen Chianalea nach Scilla kommst, solltest du deshalb einen Spaziergang nach Marina Grande und entlang des Lungomare einplanen.
→ Bootstour entlang der Costa Viola mit Badestopps
Essen in Scilla: meine kulinarischen Erfahrungen
Meine kulinarischen Erinnerungen an Scilla sind eng mit meinem Aufenthalt in Chianalea verbunden. Besonders positiv ist mir Casa Vela in der Via Annunziata in Erinnerunf geblieben. Dort saß ich an meinem ersten Abend draußen und genoss einen leckeren Wein und eine köstlich Platte mit Wurst und Käse sowie Brot mit verschiedenen Aufstrichen. Die Atmosphäre war einfach aber gemütlich und für mich genau das, was ich mir von einem Abend in Chianalea erhofft hatte.
Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir De Angelis, besonders wegen der persönlichen Verbindung, da der Betreiber der Ehemann meiner Gastgeberin aus dem Piana delle Galee war. Ich kam schon recht früh, kurz nach der Öffnung, und war zunächst der einzige Gast. Kurz darauf füllte sich das Restaurant. Ich bestellte eine große gemischte Vorspeisenplatte mit Fisch und Meeresfrüchten und anschließend gegrillte Calamari. Das Essen war ausgezeichnet!
Am zweiten Abend landete ich bei Mordi e fuggi, weil einige Restaurants in der Nebensaison geschlossen waren. Dort hatte ich eine Pizza mit scharfer Salami, Oliven, Tomaten und Rucola. Sie war lecker, aber für mich nichts, was mit den Erlebnissen bei Casa Vela oder De Angelis mithalten konnte.
Wenn ich dir deshalb nur zwei kulinarische Adressen aus meiner eigenen Erfahrung empfehlen dürfte, wären es Casa Vela und De Angelis.
Praktische Reisetipps für Scilla
Wie lange sollte man in Scilla bleiben?
Ein Tag und eine Übernachtung reichen meiner Meinung nach aus, um Scilla kennenzulernen.
Am Tag kannst du durch Chianalea spazieren, die Chiesa Madre dell’Immacolata und das Castello Ruffo besuchen, zur Piazza San Rocco hinaufgehen, den kleinen Hafen erkunden und anschließend noch entlang der Marina Grande spazieren.
Ich habe im Piana delle Galee übernachtet und muss sagen, die Übernachtung rundete für mich das Gesamterlebnis ab. Denn gerade am frühen Morgen und am Abend zeigt Scilla seine schönste Seite. Dann ist das Licht besonders intensiv, im Sommer sind die Temperaturen angenehmer und in Chianalea entsteht eine besondere Atmosphäre, die du bei einem kurzen Tagesausflug nur teilweise mitbekommst.
Wenn du mehr Zeit hast, kannst du natürlich auch länger in Scilla verweilen und das Dorf als Ausgangspunkt für weitere Ziele an der Costa Viola nutzen.
→ Die besten Hotels und Unterkünfte in Scilla
Mit dem Auto nach Scilla und parken
Ich war mit dem Mietwagen in Scilla unterwegs und habe im Februar 2023 am Parcheggio Chianalea-Chiesa San Giuseppe an der gleichnamigen Kirche geparkt. Zu dieser Jahreszeit war das Parken für mich unkompliziert.
Für deine eigene Reise solltest du allerdings die aktuelle Situation prüfen. Die Gemeinde Scilla hat inzwischen eine eigene Internetseite zu den Parkplätzen und aktuellen Regelungen. Gerade in der Hauptsaison können sich Gebühren, Bereiche und Regelungen ändern.
Wichtig ist außerdem: Mit dem Auto solltest du nicht versuchen, direkt durch die engen Gassen von Chianalea zu fahren. Es ist ein verkehrsberuhigter Bereich und nur für Spaziergänge gedacht.
→ Der passende Mietwagen für deine Kalabrien-Rundreise
Zu Fuß durch Scilla
Scilla lässt sich grundsätzlich sehr gut zu Fuß erkunden. Um von Chianalea nach Marina Grand und umgekehrt zu kommen, kannst du entweder am Hafen entlanglaufen oder durch das Zentrum gehen.
Der Weg durch das Ortszentrum führt allerdings teilweise bergauf. Besonders Richtung Castello Ruffo und Piazza San Rocco wird es steiler.
Für mich war das problemlos machbar. Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte die Route entsprechend planen und insbesondere die Aussichtspunkte berücksichtigen.
Wann ist die beste Reisezeit für Scilla?
Die beste Reisezeit hängt davon ab, was du von Scilla erwartest. Im Sommer ist Scilla natürlich ideal, wenn du Strand und Meer mit dem kulinarischen Angebot des Ortes verbinden möchtest. Marina Grande ist dann deutlich lebhafter und eignet sich hervorragend für einen klassischen Badeurlaub.
Im Frühjahr und Herbst würde ich Scilla besonders denjenigen empfehlen, die den Ort erkunden und gleichzeitig angenehme Temperaturen genießen möchten.
Ich selbst war im Februar in Scilla und habe diese Reisezeit überraschend positiv erlebt. Tagsüber war es mild und sonnig, gleichzeitig waren deutlich mehr Einheimische als Touristen unterwegs. Dadurch wirkte das Dorf besonders authentisch.
Allerdings solltest du in der Nebensaison damit rechnen, dass einige Restaurants und touristische Angebote geschlossen sind. Für mich hatte der Winter trotzdem einen besonderen Reiz: weniger Menschen, klares Licht, milde Meeresluft und die Möglichkeit, Scilla fast ohne sommerlichen Trubel zu erleben.
Scilla oder Tropea – welcher Ort gefällt mir besser?
Wenn ich mich zwischen Scilla und Tropea entscheiden müsste, würde ich persönlich Scilla wählen.
Tropea ist zweifellos spektakulär. Die Lage auf den Felsen, die berühmte Wallfahrtskirche Santa Maria dell’Isola, die Strände und die touristische Infrastruktur machen den Ort ebenfalls zu einem der schönsten Reiseziele Kalabriens.
Scilla hat für mich jedoch etwas anderes: mehr Atmosphäre und mehr Authentizität.
Während Tropea stärker von seiner spektakulären Lage und seinen Sehenswürdigkeiten lebt, hat Scilla mit Chianalea ein Viertel, in dem das Leben unmittelbar am Meer stattfindet. Dazu kommen das Castello Ruffo, die engen Gassen, die Fischer und das Geräusch der Wellen.
Wenn du zum ersten Mal nach Kalabrien reist, würde ich deshalb nicht zwischen beiden Orten wählen, sondern beide besuchen. Sie zeigen zwei sehr unterschiedliche Seiten der kalabrischen Küste.
Fazit: Scilla ist für mich der schönste Ort Kalabriens
Nach meiner Reise durch Kalabrien ist Scilla für mich die Nummer 1. Nicht, weil es hier eine einzelne tolle Attraktion gibt, die alle anderen übertrifft, sondern weil das Ambiente so gut funktioniert.
Da sind die Häuser zwischen Meer und Bergen, das Kastell auf seinem Felsen, die weitläufige Marina Grande und Chianalea mit seinen engen Gassen und dem permanenten Rauschen der Wellen.
Dazu kamen für mich die persönlichen Erlebnisse: meine Gastgeberin, das Essen bei ihrem Mann im De Angelis und mein Abend bei Casa Vela, an dem ich mit einem Glas Wein und gutem Essen La Dolce Vita in der Via Annunziata beobachten konnte.
Genau diese Mischung hat Scilla für mich zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk gemacht.
Wenn du nur einen Ort an der kalabrischen Küste besuchen möchtest und Wert auf Atmosphäre, authentisches Dorfleben, schöne Landschaft und gutes Essen legst, würde ich dir deshalb ganz klar Scilla empfehlen.
Häufige Fragen zu Scilla
Ist Scilla einen Besuch wert?
Ja, unbedingt. Besonders wenn du kleinere, atmosphärische Küstenorte gegenüber stark touristisch geprägten Reisezielen bevorzugst. Für mich gehört Scilla zu den schönsten Orten Kalabriens.
Reicht ein Tagesausflug nach Scilla?
Ja. Die wichtigsten Bereiche lassen sich an einem Tag erkunden. Ich würde trotzdem eine Übernachtung empfehlen, weil Chianalea morgens und abends besonders stimmungsvoll ist.
Kann man in Scilla baden?
Ja, der breite Spiaggia Di Scilla im Ortsteil Marina Grande eignet sich im Sommer gut zum Baden. Gleichzeitig liegen Restaurants und die Promenade direkt am Strand.
Ist Scilla auch im Winter geöffnet?
Ja. Scilla ist auch im Winter bewohnt und zugänglich. Allerdings haben einige Restaurants und touristische Angebote außerhalb der Hauptsaison geschlossen. Dafür erlebst du den Ort deutlich ruhiger und mit einem höheren Anteil an Einheimischen.
Weitere Reiseziele rund um Scilla
Pentedattilo: Das Geisterdorf im Süden Kalabriens könnte kaum stärker von Scilla abweichen: Hier erwarten dich keine Fischer und kein Strand, sondern verlassene Häuser vor spektakulärer Felskulisse. Ich habe beide Orte besucht und fand gerade diesen Kontrast spannend.
Reggio Calabria: Während Scilla von seinem Fischerdorf-Charakter lebt, ist Reggio Calabria deutlich urbaner. Besonders der Lungomare Falcomatà und das Museo Nazionale della Magna Grecia haben mir gefallen. Auch der Blick über die Straße von Messina bis zum Ätna bleibt mir in Erinnerung.
Pizzo: Dieser Ort verbindet eine hübsche historische Altstadt mit seiner Lage am Meer und ist vor allem für das Tartufo di Pizzo bekannt. Wenn du von Scilla weiter Richtung Norden fährst, lässt sich Pizzo sehr gut in deine Kalabrien-Rundreise integrieren.
Tropea: Die spektakuläre Lage auf Klippen mit Blick auf die Wallfahrtskirche Santa Maria dell’Isola machen dieses Dorf einzigartig. Im direkten Vergleich gefällt mir Scilla zwar besser, Tropea solltest du aber trotzdem nicht auslassen.
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