Reggio Calabria hat mich echt überrascht. Eigentlich hatte ich die Stadt an der Südspitze Kalabriens nur als Zwischenstopp auf dem Weg von Pentedattilo nach Scilla eingeplant. Doch schon bei der Ankunft hatte ich das Gefühl, dass Reggio Calabria mehr zu bieten hat als erwartet.
Reggio Calabria: die vielseitigste Stadt Kalabriens
Palmen säumen die Straßen, die Stadt wirkt groß und lebendig und immer wieder öffnet sich der Blick über die Straße von Messina nach Sizilien. Bei meinem Besuch an einem sonnigen Februartag war sogar der schneebedeckte Ätna deutlich zu sehen.
Heute gehört Reggio Calabria deshalb zu den absoluten Highlights meiner Reise durch Kalabrien und landet auf meiner Liste der schönsten Orte der Region auf Platz 3.
Von allen Städten, die ich während meiner Kalabrienreise besucht habe, fühlte sich Reggio Calabria am stärksten nach einer echten Großstadt an.
Die Wege sind weiter, auf den Straßen ist mehr los und das Flair wirkt internationaler. An Attraktionen gibt es häufiger englische Übersetzungen, und auch deutlich mehr Touristen waren unterwegs als beispielsweise in Cosenza, Crotone oder Catanzaro.
Trotzdem hat Reggio Calabria nichts von seinem süditalienischen Charakter verloren. Die Stadt wirkt quirlig, lebendig und manchmal chaotisch, ohne dabei überlaufen oder übermäßig touristisch zu sein.
Was Reggio Calabria für mich aber besonders macht, ist die Kombination aus Großstadt und Urlaubsort. Auf der einen Seite gibt es historische Gebäude, Kirchen, Museen und viel städtisches Leben. Auf der anderen Seite liegen direkt vor der Stadt das Meer, ein Strand mit Palmen und eine wunderschöne Uferpromenade.
Und gegenüber wartet Sizilien. Gerade dieser Blick hat mich begeistert. Ich mag es sehr, wenn man beim Blick aufs Meer nicht nur auf den Horizont schaut, sondern Inseln, Berge oder Landzungen entdecken kann. Von Reggio Calabria kommt mit der sizilianischen Küste und dem Ätna sogar ein ziemlich spektakuläres Panorama dazu.
→ Stadtführung durch Reggio Calabria
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Reggio Calabria
Ich habe Reggio Calabria auf einem Rundgang erkundet, der mich zunächst entlang der Promenade und anschließend durch die Altstadt geführt hat. Für einen ersten Besuch finde ich diese Route sehr gelungen, weil du dabei sowohl das Meer als auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt kennenlernst.
Lungomare Falcomatà & Spiagge Reggine
Mein Rundgang begann am Lungomare Italo Falcomatà und schon hier war ich positiv überrascht.
Die lange Uferpromenade ist sehr gepflegt und wird von Palmen gesäumt. Dazwischen liegen immer wieder kleine Sehenswürdigkeiten und interessante Punkte, sodass der Spaziergang keineswegs langweilig wird.
Besonders schön fand ich den Blick über das Meer nach Sizilien. Bei meinem Besuch war die Sicht klar und der schneebedeckte Ätna auf der anderen Seite der Straße von Messina deutlich zu erkennen.
In diesem Moment fühlte sich Reggio Calabria plötzlich viel stärker nach Urlaub als nur nach einer normalen Großstadt an.
Direkt an der Promenade liegen außerdem die Spiagge Reggine, die Strände von Reggio Calabria. Im Februar war natürlich nicht an Baden zu denken, aber die Kombination aus Strand, Palmen, Meer und den Bergen Siziliens im Hintergrund ist eine herrliche Kulisse.
Bei warmem Wetter würde ich hier definitiv einen Badetag einlegen. Auch die diversen Strandbars tragen dazu bei, dass sich die Uferzone nach einem mediterranen Urlaubsort anfühlt.
Arena dello Stretto & Athene-Statue
Ein weiteres Highlight entlang der Lungomare ist die Arena dello Stretto.
Das amphitheaterartige Bauwerk liegt direkt am Meer und bietet einen schönen Blick über die Straße von Messina. Besonders auffällig ist die Statue der Athene, die vor der Kulisse des Meeres steht.
Wie schon die Promenade selbst ist auch die Arena sehr gepflegt. Für mich ist sie deshalb weniger eine Sehenswürdigkeit, die man lange besichtigen muss, sondern vielmehr ein schöner Ort, an dem du beim Stadtspaziergang automatisch vorbeikommst.
Museo Nazionale della Magna Grecia & die Riace-Bronzen
Wenn du dich für Geschichte und Archäologie interessierst, solltest du dir das Museo Archeologico Nazionale di Reggio Calabria, kurz MArRC, nicht entgehen lassen.
Mein Hauptgrund für den Besuch waren die berühmten Riace-Bronzen. Diese antiken Bronzestatuen sind tatsächlich beeindruckend und für geschichtlich interessierte Besucher meiner Meinung nach ein Pflichtprogramm.
Für den Besuch der Riace-Bronzen solltest du etwas Zeit einplanen, da sie sich in einem gesonderten Bereich befinden und immer nur eine begrenzte Besucherzahl durch Schleusen dorthin gelangt.
Überrascht hat mich aber vor allem das Museum selbst. Es ist groß, für italienische Verhältnisse sehr gut organisiert und auch die Exponate in den anderen Stockwerken waren wirklich informativ.
Ich bin ursprünglich nur wegen der Bronzen gekommen, fand das MArRC aber insgesamt so gut, dass ich auch unabhängig davon einen Besuch empfehlen würde.
Auf der offiziellen Website des MArRc findest du aktuelle Öffnungszeiten, Preise und Tickets.
→ Stadtführung mit Besuch des Museo Nazionale della Magna Grecia
Chiesa di San Giorgio al Corso
Von der Promenade führt die Route anschließend weiter Richtung Altstadt zur Chiesa di San Giorgio al Corso.
Ich habe die Kirche nur von außen gesehen. Sie ist für mich kein absolutes Highlight von Reggio Calabria, fügt sich aber gut in den Spaziergang durch die Innenstadt ein.
Piazza Italia, Teatro Comunale & Palazzo Corrado Alvaro
Weiter geht es zur Piazza Italia, einem repräsentativen und vergleichsweise modernen Platz im Zentrum.
Mir gefiel der Platz vor allem durch seinen gepflegten Eindruck und die Gebäude, die ihn umgeben. Dazu gehören unter anderem das Teatro Comunale Francesco Cilea und der Palazzo Corrado Alvaro.
Nach der entspannten Atmosphäre am Meer zeigt sich hier eine andere Seite von Reggio Calabria: urbaner, geschäftiger und stärker vom normalen Stadtleben geprägt.
Castello Aragonese
Das Castello Aragonese gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken der Stadt.
Ich fand die Burg selbst nicht spektakulär, aber der Besuch lohnt sich meiner Meinung nach trotzdem. Vor allem die Aussicht von oben hat mir gefallen.
Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis empfand ich bei meinem Besuch als gut. Wenn du ohnehin durch die Altstadt unterwegs bist, würde ich das Castello deshalb auf jeden Fall mitnehmen.
Wichtig: Da sich Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern können, würde ich vor deinem Besuch die offizielle Tourismusseite der Stadt prüfen.
Chiesa degli Ottimati
In unmittelbarer Nähe zum Castello steht die Chiesa degli Ottimati. Der byzantinisch-normannische Sakralbau stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1933 und gilt als eine der schönsten Kirchen der Stadt.
Leider kann die Kirche nur morgens und am frühen Abend besucht werden, sodass mir ein Blick in ihr Inneres verwährt blieb. Als Zwischenstopp auf meinem Rundgang war sie dennoch interessant.
Die aktuellen Öffnungszeiten der Kirche findest du hier.
Kathedrale von Reggio Calabria
Deutlich mehr Eindruck hinterlassen hat bei mir die Kathedrale von Reggio Calabria.
Schon von außen ist der große Domplatz beeindruckend. Noch stärker fand ich allerdings den Innenraum: die Größe des Gebäudes, die weißen Säulen und die hohe Decke erzeugen eine besondere Atmosphäre.
Was mir besonders aufgefallen ist, waren die vielen Menschen, die während meines Besuchs andächtig beteten. Das war für mich wieder so ein kleiner Moment, der mir gezeigt hat, welche Bedeutung der katholische Glaube im Alltag vieler Italiener noch immer besitzt.
Die Kathedrale zählt offiziell zu den wichtigsten Wahrzeichen Reggio Calabrias und liegt mitten im Stadtzentrum.
Informationen zu den Öffnungs- und Besuchszeiten der Kathedrale findest du auf ihrer offiziellen Website.
Für einen ersten Eindruck von Reggio Calabria finde ich diese Route sehr gut. Du bekommst dabei einen schönen Überblick über die Altstadt und gleichzeitig über die Promenade und den Strand.
→ Stadtführung mit Besuch der Kathedrale
Collina di Pentimele: Reggio Calabria von oben
Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, kannst du noch einen Abstecher auf den Collina di Pentimele machen.
Ich weiß heute gar nicht mehr genau, was mich ursprünglich dazu gebracht hat, auf diesen Hügel zu fahren. Die Fahrt ist jedenfalls ziemlich kurvig und dauert etwas.
Oben erwartet dich eine ganz andere Perspektive auf Reggio Calabria. Nach der Fahrt hinauf hatte ich umgeben von alten Festungsanlagen und einem Funkturm einen tollen Blick über die Stadt und das Meer.
Wenn du ohnehin ein Auto hast und gerne Aussichtspunkte besuchst, würde ich den Abstecher einplanen. Bei einem kurzen Stadtbesuch ohne Auto wirst du ihn dagegen nicht vermissen.
Parken in Reggio Calabria
Ich war mit dem Mietwagen unterwegs und konnte im Februar relativ problemlos am Lungomare Italo Falcomatà parken. Dort gibt es auch einige größere öffentliche Parkplätze.
Meine Erfahrung im Winter lässt sich natürlich nicht eins zu eins auf die Hauptsaison übertragen. Für meinen Besuch war das dortgie Parken jedenfalls unkompliziert und ein guter Ausgangspunkt für den anschließenden Stadtspaziergang.
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Essen in Reggio Calabria: Arancini
Während meines Aufenthalts habe ich bei Arancini – Rosticceria siciliana gestoppt und zwei Arancini, einen mit Pilzen und einen mit Speck, gegessen. Beide waren richtig lecker, dazu gab es eine Cola Zero.
Auch die Dame hinter der Theke war ausgesprochen nett. Ein kleines Erlebnis, das gut zu Reggio Calabria passt: Sizilien liegt schließlich direkt gegenüber und kulinarisch sind die Verbindungen zwischen beiden Seiten der Straße von Messina nicht zu übersehen.
Mein Fazit: Lohnt sich Reggio Calabria?
Ja, denn Reggio Calabria hat mich positiv überrascht. Ich hatte die Stadt ursprünglich nur als Zwischenstopp auf dem Weg nach Scilla eingeplant. Nach vier bis fünf Stunden war ich allerdings ziemlich enttäuscht, dass ich schon weiterfahren musste.
Für mich ist Reggio Calabria heute die vielseitigste und lebendigste Stadt Kalabriens. Die Stadt ist größer, weitläufiger und internationaler als die anderen kalabrischen Städte, die ich besucht habe. Gleichzeitig ist sie nicht so touristisch und überlaufen wie ihre sizilianischen Pendants Palermo oder Catania.
Vor allem aber gefällt mir die Kombination aus Großstadt und Urlaubsort. Du kannst morgens durch die historische Innenstadt laufen, ein Museum besuchen und Kirchen besichtigen. Gleichzeitig bist du immer wieder an der palmengesäumten Promenade, schaust auf den Strand und hast bei klarer Sicht den Ätna vor Augen.
Bei einem zweiten Besuch würde ich mir deutlich mehr Zeit nehmen. Ich würde den einzelnen Sehenswürdigkeiten mehr Aufmerksamkeit schenken, vielleicht noch ein Museum besuchen, länger am Strand bleiben und dort ein Buch lesen. Anschließend würde ich den Tag mit einem Aperitivo und einem Abendessen ausklingen lassen.
Und genau deshalb würde ich heute nicht mehr nur vier oder fünf Stunden einplanen.
Meiner Meinung nach solltest du mindestens einen ganzen Tag in Reggio Calabria verbringen, noch besser sind ein oder zwei Übernachtungen.
→ Hotels und Unterkünfte in Reggio Calabria
Die Stadt eignet sich auch hervorragend als Ausgangspunkt, um den Süden Kalabriens zu erkunden.
Häufige Fragen zu Reggio Calabria
Ist Reggio Calabria schön?
Für mich eindeutig ja! Vor allem wegen der besonderen Mischung. Reggio Calabria verbindet das Flair einer süditalienischen Großstadt mit Meer, Strand, Palmen und dem spektakulären Blick über die Straße von Messina nach Sizilien. Dadurch fühlt sich die Stadt für mich gleichzeitig urban und nach Urlaub an.
Wie viele Tage sollte man in Reggio Calabria verbringen?
Ich würde mindestens einen ganzen Tag einplanen. Wenn du nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abhaken möchtest, sind ein bis zwei Übernachtungen noch besser. Reggio Calabria eignet sich außerdem als Ausgangspunkt für Ausflüge im Süden Kalabriens.
Was muss man in Reggio Calabria gesehen haben?
Zu meinen persönlichen fünf Highlights gehören die Lungomare mit Arena dello Stretto, das Museo Nazionale della Magna Grecia mit den Riace-Bronzen, die Piazza Italia, das Castello Aragonese und die Kathedrale.
Kann man Reggio Calabria zu Fuß erkunden?
Ja. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum sowie die Promenade lassen sich sehr gut zu Fuß miteinander verbinden. Für den Collina di Pentimele ist ein Auto dagegen praktisch.
Weitere Reiseziele in der Nähe von Reggio Calabria
Scilla: Nicht weit von Reggio entfernt, erwartet dich dieses charmante Küstendorf. Schöne Strände, ein historisches Fischer-Viertel und herrliche Aussicht machen es zur perfekten Ergänzung und für mich zum absoluten Highlight meiner gesamten Kalabrienreise.
Tropea: Einer der schönsten Küstenorte Kalabriens und auch auf meiner persönlichen Rangliste ganz weit oben. Wenn du Lust auf eine spektakuläre Lage, eine atmosphärische Altstadt und Meerblick hast, solltest du Tropea unbedingt besuchen.
Pentedattilo: Das fast gänzlich verlassene Bergdorf mit seinen spektakulären Felsformationen hat mich auf meiner Kalabrienreise ebenfalls nachhaltig beeindruckt und bietet einen kompletten Kontrast zur lebendigen Großstadt.
Gerace: Ein Muss, wenn du historische Altstädte magst. Dieses gut organisierte, mittelalterliche Bergdorf mit Dom, alten Gassen und Aussichtspunkten bietet dir nochmal einen ganz anderen Blickwinkel auf Kalabrien.
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